Mensch

Der Mensch ist ein Raubtier mit manchmal humanen Ansätzen.

Friedrich Josef Dürrenmatt, schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Maler (1921 - 1990)

 

Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut.

Kurt Tucholsky (1890-1935), alias Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel, deutscher Journalist und Schriftsteller, Erfüllung, in: "Die Weltbühne", 24. September 1929, S. 494

 

Man spricht so viel davon, dass der Mensch ein geselliges Tier sei; im Grunde ist er ein Raubtier, worüber man sich nicht bloß durch die Betrachtung seines Gebisses vergewissern kann. Das ganze Geschwätz von Geselligkeit und Gemeinschaft ist deshalb teils eine vererbte Heuchelei, teils eine ausgesuchte Hinterlist.

Søren Aabye Kierkegaard, dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller (1813 - 1855)

 

Dem Menschen sind viele Ketten angelegt worden, damit er es verlerne, sich wie ein Tier zu gebärden: und wirklich, er ist milder, geistiger, freudiger, besonnener geworden, als alle Tiere sind. Nun aber leidet er noch daran, daß er so lange seine Ketten trug, daß es ihm so lange an reiner Luft und freier Bewegung fehlte: - diese Ketten aber sind, ich wiederhole es immer und immer wieder, jene schweren und sinnvollen Irrtümer der moralischen, der religiösen, der metaphysischen Vorstellungen.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, Menschliches Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, zweiter Teil, zweite Abteilung: Der Wanderer und sein Schatten, 350 Die goldene Losung

 

"Wenn's ans Plagen [Foltern usw.] geht, da sind die Menschen gar erfinderisch; mit dem Erfreuen sind sie nicht so bei der Hand."

Moses Baruch Auerbacher alias Berthold Auerbach (1812-1882), deutscher Schriftsteller, in: Schwarzwälder Dorfgeschichten, Erster Band, Ivo, der Hajrle, Kapitel 11: Das Konvikt

 

Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.

Kurt Tucholsky (1890-1935), alias Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel, deutscher Journalist und Schriftsteller, Der Mensch, in: "Die Weltbühne", 16. Juni 1931, S. 890

 

Von Pessimisten kann man eventuelle Gefahren lernen.

Y. am 10.06.18, 14:51 per Messenger

Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat.

Martin Luther, deutscher Theologe und Reformator (1483 - 1546), vgl. hier

 

"So sind die Menschen! Wenn sie sich in gereizter Stimmung befinden, behalten sie immer nur das eine im Sinne, was sie verletzte, und übersehen alles andre noch so Liebreiche."

Moses Baruch Auerbacher alias Berthold Auerbach (1812-1882), deutscher Schriftsteller, in: Schwarzwälder Dorfgeschichten, Zweiter Band, Der Lauterbacher

"Einer der ersten Eindrücke, die man von einer anderen Rasse hat, [ist] das Gefühl der Undifferenziertheit, das Gefühl, daß fast alle gleich aussehen. Dieser Eindruck verschwindet nach einem mehrmonatigen Aufenthalt, und das ist schade, denn er entspricht einer Realität: Die Menschen gleichen sich sehr."

Michel Houellebecq, Plattform, DuMont, Köln 2002, S.333

 

"Die ganze Menschheit strebte instinktiv nach Rassenmischung, nach einer generalisierten Undifferenziertheit; und das gelang ihr in erster Linie uber die Sexualität. Der einzige jedoch, der diesen Prozeß konsequent zu Ende geführt hatte, war Michael Jackson: Er war inzwischen weder schwarz noch weiß, weder jung noch alt; in gewisser Weise sogar weder Mann noch Frau. (...) Da er die Kategorien der gewöhnlichen Menschheit begriffen hatte, hatte er sich in den Kopf gesetzt, sie zu überschreiten."

Michel Houellebecq, Plattform, DuMont, Köln 2002, S.223